Woher kommt das Gas in Deutschland?
Das in Deutschland verbrauchte Gas stammt aus mehreren Quellen, wird aber vornehmlich aus dem Ausland importiert. Der Hauptlieferant für Erdgas ist Russland mit seinen reichhaltigen Förderquellen in Sibirien. Weiteres Gas wird aus Nordseequellen bezogen. Einige der dort errichteten Offshore Bohranlagen befinden sich auf deutschem Territorium, der Großteil stammt allerdings aus Anlagen vor der niederländischen, norwegischen und englischen Küste. Rund ein Fünftel des deutschen Erdgases wird auch in Deutschland gefördert. Herkunftsort ist hier nahezu ausschließlich Norddeutschland. Die Aufteilung der gelieferten Gasmengen aus dem Ausland ist wie folgt: Russland mit rund 32 %, Norwegen 26 %, Niederlande 19 %, der Rest stammt aus deutschen oder kleineren ausländischen Lieferungen.

Transport des Erdgases
Das aus dem Ausland stammende Erdgas wird größtenteils über Pipelines geliefert. Diese Rohrleitungen liefern über tausende Kilometer Erdgas von den Offshore Plattformen oder den Vorkommen aus Russland. Die wichtigsten Leitungen sind die „Jamal-Gasanbindungsleitung“, die über Weißrussland und Polen russisches Erdgas in die Nähe von Gera transportiert, und die „Europipeline II“ die Gas aus Norwegen unterseeisch bis kurz vor das ostfriesische Emden liefert. Seltener zum Einsatz kommen riesige Tankschiffe, die das Erdgas aus anderen Seehäfen oder direkt von den Bohrplattformen zu Speicherstätten wie den Kavernen in Wilhelmshaven transportieren. Dort findet dann die Einspeisung in das deutschlandweite Gasnetz statt. Aus diesem beziehen wiederum die lokalen Netzbetreiber Gas, um es dann an den Endverbraucher weiterzuleiten.
Neue Gasquellen
Als neue Quelle des in Deutschland genutzten Gases sind Biogasanlagen zu nennen. Diese produzieren durch die Vergärung von Pflanzen oder deren Resten Methan, das raffiniert einen ähnlich hohen Brennwert wie Erdgas aufweist und deswegen auch in das gesamtdeutsche Netz eingespeist werden kann. Der Vorteil dieser Energiequelle liegt darin, dass kein zusätzliches CO2 ausgestoßen wird, sondern nur so viel, wie vorher von den Pflanzen absorbiert wurde.
